Die Staatliche feiert

Ein farbenfroher Einstieg ins Jubiläumsjahr

„Die Staatliche erleuchtet“: Mit neun leuchtenden Projektionen und einem farbenfrohen Lichtspiel startet die Staatliche Ballett- und Artistikschule Berlin in ihr Doppel-Jubiläumsjahr 2026. Der spektakulär inszenierte Neubau von „gmp“ wird zur leuchtenden Bühne für die lange Geschichte von Talent, Lebensfreude und künstlerischem Enthusiasmus, die hinter seiner Glas- und Betonfassade steckt. Videokünstlerin Laura Soria, Schulleitung, Politik, Alumni und viele Unterstützerinnen und Unterstützer richten den Fokus auf das, was die „Staatliche“ einzigartig macht: eine demokratisch offene Schule, an der Können, Kreativität und Leidenschaft im Rampenlicht stehen – und nun weit über den Prenzlauer Berg hinaus sichtbar werden.

LESEDAUER: 11 MINUTEN | 28.01.2026

Video- und Lichtinstallation "Die Staatliche erleuchtet" der Künstlerin Laura Soria, Foto: Sabine Streckhardt

Wie geplant, kurz nach 17:00 Uhr am Donnerstag, dem 29. Januar 2026, gehen in der Staatlichen Ballett- und Artistikschule die Lichter an – viele Lichter. Nicht, dass es sonst in dem wunderschönen Gebäude stockfinster wäre, keineswegs. Der helle, geräumige Neubau des Stararchitektenbüros „gmp“ ist seit 2011 mit seinen vielen geschwungenen Flächen und den großen Fenstern ein echter Hingucker (und eine absolute städtebauliche Ausnahmeerscheinung) unter den hunderten und oft viel geschmähten Schulgebäuden Berlins. Und diese Ausnahmeerscheinung ist die Schule nicht nur als Gebäude aus Glas, Beton und Stahl mitten im Prenzlauer Berg, sondern auch als Institution – in vielerlei Hinsicht, wie wir noch erfahren werden.

Nun aber flammen erst einmal neun Projektionen und ein farbenfrohes Lichtspiel im und am Gebäude auf. Sie zeigen – vielleicht zum ersten Mal in dieser Form –, was hinter der kühlen Fassade auf dem gepflegten Campus als eine lange, bunte Geschichte der Freude, Fantasie und des Enthusiasmus lebt. Die Videokünstlerin Laura Soria über ihre hier umgesetzte Idee:

„Ich möchte damit das wahrhaft innere dieser Schule einmal nach außen kehren, all das, was in den Schülern und Schülerinnen an Talent, Lebensfreude und Energie steckt, einmal in Bildern und Farben zeigen!“

— Laura Soria
Künstlerischer Leitung

Laura Soria, Künstlerische Leitung "Die Staatliche erleuchtet", Foto: Sabine Streckhardt

Und vermutlich wäre es nicht bei neun Projektionen und buntem Bühnenlicht geblieben, wenn alle Ideen der mexikanischen Künstlerin an diesem Abend umgesetzt worden wären. Doch wie jede andere Schule muss auch die „Staatliche“ mit ihrem Budget – wie mit einer „zu kurzen Bettdecke“ – haushalten. Denn ihr steht ein Jahr voller Jubiläumsarbeit bevor, das nicht wie ein Strohfeuer aufflammen, sondern dauerhaft ein neues, vielfarbiges Licht auf die Schule werfen soll.

Dr. René Wiese, eigentlich kommissarischer Fachbereichsleiter für Allgemeinbildung an der Schule, arbeitet seit mehr als anderthalb Jahren an der Planung des Festjahres. Als Historiker weiß er nur zu gut, dass nur das bleibt, was nach außen und in die Gegenwart getragen wird.

„Die Staatliche erleuchtet - mag zwar das Motto dieses besonderen Abends heute sein, aber es steckt schon noch einiges mehr dahinter - es geht um Sichtbarkeit, hier in Berlin, in Deutschland. Klar, sind wir international in der Ballett- und Artistik-Szene bekannt. Aber, mal abgesehen von den direkten Nachbarn hier auf der Erich-Weinert-Straße, … ganz ehrlich, wer weiß schon, dass es hier diese einzigartige Institution mitten in Berlin gibt, … kaum jemand.“

— René Wiese
Jubiläumsjahr-Koordinator

Rene Wiese, Jubiläumsjahr-Koordinator, Foto: Sabine Streckhardt

Und da trifft René Wiese den Punkt. Die „Staatliche“ ist Teil des Berliner Schulsystems; sie steht zunächst allen Kindern und Jugendlichen offen – auch wenn besondere körperliche Voraussetzungen erforderlich sind. Man muss weder über spezielle Beziehungen noch über großen Wohlstand verfügen: Allein Talent, Fleiß und Freude am Ballett und an der Artistik zählen. Diese selbstbewusste Bescheidenheit ist eine Stärke – vielleicht sogar einmalig in der internationalen Show- und Bühnenwelt – und ganz nebenbei zutiefst demokratisch.

Und so lässt es sich die Staatssekretärin für Bildung, Christina Henke, zum Start des Jubiläumsjahres nicht nehmen, bei wirklich eisigen Januar-Temperaturen eine kleine Dankesrede zu halten – nicht an ihre Behörde, sondern an die Schülerinnen und Schüler sowie das gesamte Personal der Schule.

„Denn sie alle sind sie, die Staatliche Ballett- und Artistikschule Berlin. Ihr alle, euer Engagement, euer Talent, euer Fleiß und der spürbare Spaß daran, anderen Menschen Freude, Staunen und Unterhaltung zu bringen, sind das Besondere, das diese außergewöhnliche Schule ausmacht.“

— Christina Henke
Staatssekretärin für Bildung

Eröffnung des Jubiläumsjahres 2026 durch Christina Henke, Staatssekretärin für Bildung und Ulrich Giessel, Schulleiter der Staatlichen Ballett- und Artistikschule Berlin, Foto: Sabine Streckhardt

Schulleiter Ulrich Giessel ergreift nach der herzlich‑knappen Ansprache seiner Chefin persönlich die Gelegenheit, der aktiven Elternschaft, der GEV und den Fördervereinen zu danken.

Ob es den eisigen Temperaturen geschuldet ist oder der reinen Neugier auf den Startschuss – man belässt es bei den kurzen offiziellen Grußworten und lässt lieber die Bilder sprechen. Und so erstrahlt die Schule im vielfarbigen Licht und wird zur weithin sichtbaren Multiplex‑Kinoleinwand.
Eine Stunde lang haben alle Schülerinnen und Schüler, Eltern und Gäste Zeit, bei heißem Punsch und mit kalten Zehen die unterschiedlichen Projektionen auf dem Schulgebäude zu betrachten – und das ist durchaus unterhaltsam.

Die Künstlerin Laura Soria hatte sich im Vorfeld und bei der Planung des Abends – und darüber hinaus – durch das kleine, aber feine Archiv der Schule gearbeitet. Einen Monat lang sichtete sie Film‑ und Videomaterial, das im vergangenen halben Jahrhundert innerhalb der Ausbildung von Ballett‑ und Artistik‑Klassen sowie bei Auftritten in aller Welt entstanden ist. Laura Soria zeigt sich noch immer beeindruckt:

„Es war spannend zu sehen, dass ich zum Beispiel Material zusammenstellen konnte, wo klassischen Choreographien in der Ausbildung eins zu eins aus den 70er Jahren bis in die 2000er und die Gegenwart exakt übereinander gelegt werden können!“

— Laura Soria
Künstlerischer Leitung

Böswillig könnte man sagen: wohl eher stehengeblieben und nichts Neues kreiert.

Doch die internationalen Engagements und weltweiten Erfolge zeugen von hoher Individualität und der Kreativität aller Beteiligten. Es ist schlicht die sichtbare fachliche Basis, die ehemalige Absolventinnen und Absolventen – sie sind heute zwischen zwanzig und über neunzig Jahre alt – mit den Fünftklässlern von heute verbindet.

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75 Jahre Ballett‑ und 70 Jahre Artistik‑Schule in Berlin – das wird ein wilder Ritt durch die Geschichte Deutschlands, durch Weltpolitik, kulturellen Wandel, das Zeitalter des DDR‑Zirkus, der großen sowjetischen Ballettsäle und der Fernsehshows der Neunziger bis hin zur Gegenwart – auf die Displays von Smartphones und Tablets via Social Media und Videostreaming – und zurück auf die neuen Bühnen und Arenen in Europa und der Welt.
Um diese Zeit lebendig werden zu lassen und zu zeigen, welche Veränderungen jede Generation von Tänzerinnen, Tänzern, Artistinnen und Artisten Jahr für Jahr eingebracht hat, feiert die „Staatliche“ dieses Doppeljubiläum mit zahlreichen multimedialen Ausstellungen – mit und für alle, die an und mit ihr gewirkt haben.
Ronald Wendorf auf die Frage, was diese Schule ausmacht:

„Hier an dieser Schule wird eine universelle Sprache vermittelt, die jeder auf dieser Welt versteht, abseits von Politik und Wirtschaftsform, von kulturellen Gräben, von groß und klein, von arm und reich.
Es ist die Verbindung aus lebendiger Geschichte, einer großen Basis an Fertigkeiten, die dann zum Handwerkszeug werden - Kreativität und Außergewöhnliches, Spektakuläres entstehen zu lassen. Und schon allein das Berliner Showbusiness baut darauf, zu sehen in den Kooperationen mit Varietés, wie dem Wintergarten, dem Chamäleon oder dem Zirkus Mondeo.“

— Ronald Wendorf
Künstlerischer Leiter des Fachbereichs Artistik

Ronald Wendorf, Künstlerischer Leiter des Fachbereichs Artistik, Foto: Sabine Streckhardt

Aus Struktur entsteht also Freiheit, und im Prisma der Vielfalt der Individuen an dieser Schule wird aus weißem Licht ein Regenbogen aus Möglichkeiten.

René Wiese, der Koordinator des Jubiläumsjahres, hat jahrelange Erfahrungen mit Schulen und ihrer Geschichte gesammelt. Doch diese Schule ist noch einmal etwas anderes – sie ist nicht nur ein Lernort, sondern ein Ort, an dem Träume groß werden und oft auch wahr werden. In einer Reihe multimedialer Ausstellungen, die bereits Ende Februar in der Schule und später auch im Außenbereich installiert werden, erzählen Absolventinnen und Absolventen von ihren Karrieren. Mehr als 200 Anmeldungen gibt es allein für den Alumni‑Tag der Schule in diesem Jahr. Auch die Website zum Jubiläum wird sich nach und nach füllen – mit Interviews, Podcasts, Fotomaterial und spannenden Geschichten des aktuellen Schul‑Teams.
Die Schule wird neue, bunte Facetten zeigen: Hintergründe, Geschichten von großen Erfolgen und harten Kämpfen. René Wiese und das technische Veranstaltungsteam der Schule arbeiten dabei eng mit der Künstlerin Laura Soria und engagierten Eltern aus der Medienbranche zusammen. Zusätzlich werden aufwändige Aufführungen in Saal und Zelt zeigen, wo die Schule heute künstlerisch steht. Einmal mehr wird bewiesen, dass es sich für Berlin lohnt, diese „Exoten“ weiter zu unterstützen und zu einem Aushängeschild der deutschen Hauptstadt als europäisches Kulturzentrum zu machen. Und diesmal werden es mehr Menschen erfahren. Es ist ein langer Weg – aber manchmal ist der ja das Ziel. René Wiese:

„Wir bewegen uns im Pool der zentralverwalteten Schulen Berlins zwischen Fördereinrichtungen des Spitzensports und der Musik, die Olympiasieger oder instrumentale Spitzenkönner hervorbringen. Diesen Anspruch haben wir auch, aber unsere Strahlkraft noch nicht ganz wieder erlangt. Und daran werden wir arbeiten und soviel wie möglich aus dem Jubiläumsjahr weitertragen. Ich denke, wir werden da wieder eine besondere Position einnehmen. Denn die anderen, das sind ja meist Unis, ... die Ernst Busch oder die HFF … oder auch die Palucca-Schule in Dresden. Diese verfügen über Public Relations- und Marketing-Teams und über ganz andere Budgets.. Also wie auch immer. Hier machen wir das ohne viel Geld, ohne große Teams, aber alle zusammen.“

— René Wiese
Jubiläumsjahr-Koordinator

VON LUTZ NEUMANN

Unterstützende und Kooperationspartner:innen

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