Passage


Staatliche Ballett- und Artistikschule Berlin | Erich-Weinert-Straße 103, 10409 Berlin, Germany

Wie lässt sich die Qualität einer Institution messen? An den Ziegeln ihrer Gebäude, an der Funktionalität ihrer Lehrpläne oder am Echo des längst verhallenen Applauses? Diese Ausstellung schlägt eine Antwort vor, die direkt unter die Haut gehen soll: Identität ist kein Ort – sie ist ein Körper.
Geschichte ist nicht allein in Archiven oder wissenschaftlich fundierten Erzählungen präsent, sondern ebenso im unsichtbaren Gewebe einer gemeinsamen Erinnerung. Sie offenbart sich in der Präzision, in der Schönheit des Gleichgewichts und in der Beharrlichkeit der Bewegung. Sie ist verkörpertes Wissen – in das Muskelgewebe eingeschriebene Disziplin, durch ausdauernde Anstrengung bezwungene Schönheit.

Roswitha Triebsees und Katja Wünsche in der Ausstellung "Passage", Fotos: Laus Soria

Das Projekt

Die Ausstellung „Passage“ feiert den Übergang – von Generation zu Generation, von Körper zu Körper, von einer Zeit zur anderen. Der fotografische Blick der Künstlerin Laura Soria verwandelt diese Werkschau über die Biografien ehemaliger Schüler:innen und Pädagog:innen der Staatlichen Ballett- und Artistikschule in eine vibrierende Wiederbegegnung.

Zwölf Porträts bewohnen dieses Gebäude. Zwölf Gesichter verharren in der Stille von Schwarz und Weiß, jedes von ihnen hütet einen persönlichen Gegenstand – einen zeitlichen Schlüssel, mit dem sie die Tür zu ihren Erinnerungen öffnen und so zu Vehikeln einer Reise in die Vergangenheit werden. Die vor dem Porträtfoto stehenden Zuschauer:innen sind eingeladen, einen Knopf zu drücken und so in die Rolle von Gesprächspartner:innen zu schlüpfen. Mit dem Druck auf den Knopf erwacht das Bild aus seiner Erstarrung: Farbe durchflutet die Haut, und die Künstler:innen treten – von der Kamera herbeigerufen – aus ihrer Unbeweglichkeit heraus, um mit uns ihre erinnernde Erzählung zu teilen. In diesem Augenblick koexistieren Vergangenheit und Gegenwart im selben Raum.

Torsten Händler und Claudia Hilken/Carmen Schlese in der Ausstellung "Passage", Fotos: Laus Soria

Dieses Werk entspringt dem Dialog zweier komplementärer Zugänge – der Erforschung von Vergangenheit und ihrer künstlerischen Übersetzung. Hier haben sich die Künstlerin Laura Soria und der Historiker René Wiese zu einem Kurator:innen-Team zusammengefunden. Auf der historischen Landkarte der mehr als siebzigjährigen Schulgeschichte haben sie gemeinsam Entwicklungslinien, künstlerische Höhepunkte, Gebäude und Biografien kartiert, auf denen Laura Soria ihre visuelle Sprache entfalten konnte.

„Im Zentrum, als pulsierendes Herz des Werkes, schlägt die unverfälschte Stimme der Protagonist:innen. Zwölf Leben bilden einen emotionalen Atlas der Institution. Sie erzählen von dem, was sie in jeder Probe und jedem Auftritt gaben, von den Spuren, die sie in den Sälen und Übungshallen hinterließen, und von dem, was sie für immer in ihre Muskeln eingraviert mitnahmen: wie einen Lebenssaft, der niemals aufhört zu zirkulieren."

— Laura Soria
Kuratorin PASSAGE
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Was ist die Summe aus 7 und 4?
Laura Soria

Laura Soria wurde in Mexiko-Stadt geboren und lebt seit 2013 in Berlin. Sie ist bildende Künstlerin und Kreativdirektorin, deren Arbeit die unsichtbaren Strukturen von Erinnerung, Zeit und Transformation erforscht. Ihr Werk verbindet unterschiedliche Realitäten, um neue Beziehungen und Verknüpfungen sichtbar zu machen.

Ausgebildet in Kommunikation mit Spezialisierung auf Fotografie und audiovisuelle Produktion, transzendiert ihre Praxis die reine Dokumentation und erforscht verborgene Schichten von Zeit und Raum. Durch verschiedene Medien konstruiert Laura Soria visuelle Konstellationen, in denen Vergangenheit und Gegenwart zusammenfließen. Ihr Prozess befreit Fragmente aus dem Fluss der Zeit und interpretiert sie neu. Dabei lässt sie verborgene Muster entstehen und bringt tiefere Schichten der Wirklichkeit an die Oberfläche.

Zu den Meilensteinen ihrer Laufbahn zählen die Mitwirkung an Yoko Onos Werk „Horizontal Memories“ im Museo Memoria y Tolerancia in Mexiko-Stadt sowie die Ausstellungen „ZOV Sportverräter“ im Willy-Brandt-Haus Berlin und im German Historical Institute London. Sie war mit Videokunst und Keynote-Rede an der Humboldt-Universität zu Berlin zu den Themen Erinnerung, Aktivismus und Migration präsent und stellte zuletzt in Venedig aus.

Aktuell ist sie mit der Entwicklung einiger künstlerischer Projekte für die Staatliche Ballett- und Artistikschule Berlin im Rahmen des Schuljubiläums beauftragt und wirkt parallel an weiteren Projekten mit.

Team der Veranstaltung

Kuratoren

  • Laura Soria
  • René Wiese

Konzept und künstlerische Leitung

  • Laura Soria

Historische Forschung, künstlerische Co-Leitung und Produktion

  • René Wiese

Projektkoordination

  • René Wiese

Fotografie/Video/Postproduktion

  • Laura Soria

Grafik/Ton

  • Laura Soria

Textproduktion/Bildredaktion

  • René Wiese

Projektrecherche

  • René Wiese mit Unterstützung von Nancy Schmidt-Bartlick und den SchülerInnen der 12/13f

Lektorat

  • Jutta Braun

 

Technische Unterstützung

  • Andreas Köppen
  • Tobias Busch
  • Tamino Soto
  • Benitta Zakshevska
  • Dirk Thiele
  • Oliver Hanff
  • Sven Mindt
  • Maik Goller

Weitere Unterstützende

  • Liliane Vanden Broucke
  • Manuela von Angern
  • Celine Kutzner
  • Eileen Meyer
  • Ulrike Buschendorf
  • Edna Azevedo
  • Sven Seidelmann
  • Christoph Böhm
  • Mandy Wnuck von Lipinski
  • Katharina Wunderlich
  • Marina Wunder
  • Marion Heinrich
  • Ronald Wendorf
  • Uwe Podwojski
  • Kathrin Baum-Höfer
  • Ulrich Giessel
  • Sabine Woigk
  • Marek Rózycki

Wir danken

  • der Künstlerin Laura Soria für die Kooperation mit der Staatlichen Ballett- und Artistikschule und der gemeinsamen Umsetzung des Ausstellungsprojekts im Rahmen des Schuljubiläums 2026,
  • Ursula Kirsten-Collein, Carmen Schlese, Claudia Hilken (Zwillingsherzen), Jutta Deutschland, Gernod Eisfeld, Torsten Händler, Uwe Müller, Katja Wünsche, Roswitha Triebsees, Sabine Piehl, Gisbert Karpinski, Lorenzo Vian und Carla Seitz in besonderer Weise, weil sie sich auf ein für sie ungewohntes und nicht immer sicheres Terrain begeben haben: als ZeitzeugInnen, aber auch als Medium der Kunst und historisch-politischen Bildung,
  • der Ausstellungsagentur Exhibeo für die Bereitstellung der Beamer, Miniplayer und Ausstellungsarchitektur,
  • dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam für die Förderung des Ausstellungsvorhabens.

Unterstützende und Kooperationspartner:innen

Alle Jubiläums-Termine

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