Dancer Inside


Staatliche Ballett- und Artistikschule Berlin | Erich-Weinert-Straße 103, 10409 Berlin, Germany

Das Projekt „DANCER INSIDE TANZAUSBILDUNG 2026 BERLIN“ ist Teil eines größeren internationalen Projekts, das dem Zusammenspiel von Tanz und Architektur gewidmet ist. Der italienische Fotograf Simone Ghera setzt auf außergewöhnliche Weise Tänzerinnen und Tänzern aus verschiedenen Ländern, Compagnien und Akademien ins Bild, die über viele Jahre hinweg (seit 2008) während Proben und Unterrichtseinheiten, hinter der Bühne sowie im Stadtraum mit architektonischem und historischem Bezug entstanden sind.

Das Projekt

Die Auswahl der Fotografien, die im Rahmen der 10. Biennale Tanzausbildung präsentiert wird, hat Simone Ghera der langjährigen Zusammenarbeit der Staatlichen Ballettschule Berlin gewidmet, die 2009 begann und bis heute andauert. Die Bilder zeigen sowohl aktuelle Schülerinnen und Schüler der Schule als auch ehemalige Absolventinnen und Absolventen, die in den vergangenen 15 Jahren fotografiert wurden und heute in Tanzcompagnien auf der ganzen Welt tätig sind.

Die Staatliche Ballettschule hat sich im Laufe der Jahre aktiv an mehreren internationalen Veranstaltungen und Ausstellungen des Projekts DANCER INSIDE beteiligt, indem sie ihre Studierenden zu Auftritten an den Eröffnungstagen der Ausstellungen entsandte. Zu diesen Kooperationen zählen unter anderem:

  • Berlin, Französischer Dom, Einzelausstellung DANCER INSIDE BERLIN, 22. August 2012,
  • Genf, Einzelausstellung, Palais des Nations (Vereinte Nationen), 26. Februar 2020 sowie
  • Berlin, Einzelausstellung, Staatliche Ballettschule Berlin, 10. Mai 2025.

Von links nach recht: Vittoria Bianchessi, Sophie Wilson, Cooper John Tate und Claudia Tonelli, Victoria Dumont, Fotos: Simone Ghera

„Jede Fotografie stellt die Verbindung zweier gegensätzlicher, jedoch miteinander verbundener Elemente dar, die die Grundpfeiler meines Projekts bilden: Architektur und Tanz. Einerseits verkörpert Architektur die kulturelle Identität, die Geschichte und die Geografie eines jeden Ortes – einzigartig und verschieden von allen anderen.

Andererseits ist der Tanz eine universelle Sprache, die nationale und kulturelle Grenzen überwindet und von allen verstanden werden kann. Die Verbindung dieser beiden Elemente schafft ein synergetisches Kunstwerk, das darauf abzielt, die kulturelle Vielfalt der Welt durch die universelle Sprache des Tanzes zu vermitteln. Die Schönheit der Welt liegt in ihrer Vielfalt, und künstlerische Kommunikation ermöglicht es uns, diese zu verstehen und wertzuschätzen. Diese Botschaft möchten meine Fotografien transportieren.

Obwohl Bewegung als das Wesen des Tanzes gilt, faszinieren mich besonders die „statischen“ Winkel und Linien der Tänzerinnen und Tänzer, die ich fotografiere. Ich empfinde sie als sehr nah an architektonischen Details und Strukturen. Dabei achte ich besonders auf grafische und perspektivische Elemente – nicht nur im Hintergrund, sondern auch beim Hauptmotiv.

Mein Interesse gilt dem Tänzer bzw. der Tänzerin als „Person“: dem intensiven Training an der Stange, den Linien und Details während der Übungen sowie den Momenten der Entspannung. Mich interessiert der tägliche Trainingsalltag mehr als der Bühnenauftritt. Häufig positioniere ich meine Motive seitlich statt zentral im Bild und messe dem Hintergrund große Bedeutung bei, selbst wenn er abstrakt erscheint. Intuitiv platziere ich das Motiv zudem oft auf einer geneigten Horizontlinie, die dem Betrachter mehr Möglichkeiten eröffnet, die Szene zu erfassen.

Hinzu kommt der kompositorische Aspekt in Verbindung mit Architektur, der die Tänzerinnen und Tänzer in strukturelle und architektonische Kontexte einbindet (Treppen, Fenster, Fassaden, Strukturen, verlassene Orte usw.). Diese Elemente stehen zugleich für Kontrast und Harmonie und fungieren als landschaftliche Identifikationsmerkmale des jeweiligen Ortes. Ein wesentliches Werkzeug dieser kompositorischen Arbeit ist der häufige Einsatz von Weitwinkelobjektiven, die eine starke Verzeichnung von Motiv und Hintergrund erzeugen und Hände, Füße sowie architektonische Details hervorheben – bis hin zu geneigten Achsen und dem Verlust der visuellen Orientierung. Vertikale und horizontale Linien verschwimmen, die Horizonte werden nach rein intuitiven Kriterien gedreht.

Dies ist ein weiterer zentraler Aspekt meiner Fotografie: der reine Kompositionsinstinkt. Ein Bild kann je nach subjektiver Wahrnehmung des Betrachters horizontal oder vertikal gelesen werden und ist nicht durch technisches Tanzwissen bestimmt. Wichtig ist es, diesen Instinkt zu betonen, der mich bei der Interpretation der vom Körper der Tänzer erzeugten Linien leitet, ohne dass hierfür spezielle theoretische Kenntnisse über Tanz oder dessen Geschichte erforderlich sind."

— Simone Ghera
zum Projekt DANCER INSIDE
Simone Ghera

Simone Ghera ist Fotograf und Architekt. Er wird 1959 in Rom geboren. Schon seit frühester Kindheit findet er Zugang zur Fotografie, indem er seinen Vater zu Fotoshootings begleitet. Schon bald beginnt er selbst zu fotografieren. Auf seinen zahlreichen Reisen rund um den Erdball nimmt er die Welt in den Fokus. Die ersten entstandenen Fotos werden in einer kleinen Dunkelkammer im Keller entwickelt.

„In den letzten Jahren habe ich zur Fotografie zurückgefunden, indem ich die digitale Welt erkundete und meine technischen Fähigkeiten weiterentwickelte, insbesondere im Bereich der Lichtführung, die ich als einen der kreativsten Aspekte der Fotografie betrachte. Bei dieser Gelegenheit entstand – nahezu zufällig – diese Arbeit, die sich der Welt des Tanzes widmet, ein Thema, das mich seit jeher fasziniert.”

Zu den bedeutenden Ausstellungen des Projekt DANCER INSIDE zählen jene in Paris im UNESCO-Hauptsitz im Dezember 2022 sowie in New York im Hauptsitz der Vereinten Nationen im Juni 2024. Simone Ghera lebt heute in Berlin.

Simone Ghera beim Shooting mit Clarissa Lapoollaph im Pariser UNESCO-Hauptsitz 2022.

Newsletter abonnieren

Bleiben Sie auf dem Laufenden. Melden Sie sich hier für unseren Jubiläums-Newsletter an.

Bitte addieren Sie 1 und 7.

Team der Veranstaltung

Kurator

  • Simone Ghera

Organisation und Koordination

  • Marek Rózycki

Technische Umsetzung

  • Andreas Köppen
  • Tobias Busch

Weitere Unterstützende

  • Dirk Thiele
  • Oliver Hanff
  • René Wiese
  • Laura Soria
  • Liliane Vanden Broucke

Wir danken

  • Simone Ghera für die erneute Kooperation mit der Staatlichen Ballett- und Artistikschule Berlin beim Projekt DANCER INSIDE im Rahmen der 10. Tanzbiennale Ausbildung 2026,
  • den Schülerinnen und Schülern der Staatlichen Ballett- und Artistikschule, die am Foto-Shooting für dieses Projekt mitgewirkt haben.

Unterstützende und Kooperationspartner:innen

Alle Jubiläums-Termine

Copyright 2026 Staatliche Ballett- und Artistikschule Berlin (03B08)
Einstellungen gespeichert
Datenschutzeinstellungen

Wir verwenden Cookies und ähnliche Technologien, um Ihre Erfahrung auf unserer Website zu verbessern. Einige Cookies sind für die grundlegende Funktionalität erforderlich, während andere dazu beitragen, die Nutzung zu analysieren und unsere Dienste zu optimieren. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Technisch erforderliche Cookies werden immer geladen.

Cookies sind kleine Textdateien, die von Webseiten auf Ihrem Computer oder mobilen Gerät gespeichert werden, wenn Sie die Seite besuchen. Sie dienen verschiedenen Zwecken:

1. Funktionsfähigkeit: Cookies ermöglichen es der Webseite, grundlegende Funktionen zu erfüllen, wie das Speichern von Einstellungen oder den Status von Warenkörben.

2. Benutzererfahrung: Cookies helfen, Ihre Präferenzen zu speichern, sodass Sie beim nächsten Besuch eine personalisierte Erfahrung erhalten. Dazu gehören Spracheinstellungen oder das erneute Einloggen.

3. Analyse: Cookies werden verwendet, um Informationen über Ihr Nutzungsverhalten zu sammeln, was es uns erlaubt, die Webseite zu verbessern und die Leistung zu optimieren.

4. Marketing: Durch Cookies können wir Ihnen relevante Werbung anzeigen, basierend auf Ihren Interessen und Ihrem Surfverhalten.

Indem Sie zustimmen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden, um diese Funktionen bereitzustellen und Ihre Erfahrung auf unserer Webseite zu verbessern. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen jederzeit ändern.

You are using an outdated browser. The website may not be displayed correctly.