Ursula Collein


Staatliche Ballett- und Artistikschule Berlin | Erich-Weinert-Straße 103, 10409 Berlin, Germany

Ursula Collein gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des klassischen Tanzes im deutschsprachigen Raum. In ihrem Vortrag „Ist die Waganova -Methode noch zeitgemäß?“ widmet sich Ursula Collein einer Frage, die den klassischen Tanz bis heute bewegt. Im Mittelpunkt steht die Rolle der Lehrperson, der pädagogische Aufbau des Unterrichts sowie das Zusammenspiel von Technik, Musikalität, körperlicher Verfassung und künstlerischem Ausdruck. Dabei geht es nicht nur um Tradition, sondern auch um die Relevanz und Anpassungsfähigkeit dieser Methode in der heutigen Ballettausbildung.

Ursula Collein bei der praktischen Ausbildung mit Ines Dalchau und Horst Kiener im Pas de trois in der Staatlichen Ballettschule 1968, Foto: Privatarchiv Ursula Collein

Pionierin der Waganowa-Methode in Deutschland

Besonders prägend war das Wirken von Ursula Collein als Pädagogin. Den Grundstein ihrer pädagogischen Arbeit legte sie mit einem praktisch-künstlerischen Studium an der Waganowa-Akademie in Leningrad. Dort begann sie im Jahr 1953 zusammen mit dem Nachwuchstänzer Egon Bischoff ein fünfjähriges Studium, das sie mit einem Diplom abschloss. Beide sollten die Waganowa-Methode verinnerlichen und Erfahrungen des dortigen Kirow-Theaters als Basis für ihre spätere professionelle Arbeit an der Staatsoper als auch in der Staatlichen Ballettschule einbringen. Dieses, durch eigenes Studium, Hospitationen und langjährige Praxis erworbene Rüstzeug, gab sie an Generationen von Tänzer:innen und junge Pädagog:innen weiter.

Torsten Händler und Claudia Hilken/Carmen Schlese in der Ausstellung "Passage", Fotos: Laus Soria

Dieses Werk entspringt dem Dialog zweier komplementärer Zugänge – der Erforschung von Vergangenheit und ihrer künstlerischen Übersetzung. Hier haben sich die Künstlerin Laura Soria und der Historiker René Wiese zu einem Kurator:innen-Team zusammengefunden. Auf der historischen Landkarte der mehr als siebzigjährigen Schulgeschichte haben sie gemeinsam Entwicklungslinien, künstlerische Höhepunkte, Gebäude und Biografien kartiert, auf denen Laura Soria ihre visuelle Sprache entfalten konnte.

„Im Zentrum, als pulsierendes Herz des Werkes, schlägt die unverfälschte Stimme der Protagonist:innen. Zwölf Leben bilden einen emotionalen Atlas der Institution. Sie erzählen von dem, was sie in jeder Probe und jedem Auftritt gaben, von den Spuren, die sie in den Sälen und Übungshallen hinterließen, und von dem, was sie für immer in ihre Muskeln eingraviert mitnahmen: wie einen Lebenssaft, der niemals aufhört zu zirkulieren."

— Laura Soria
Kuratorin PASSAGE
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Was ist die Summe aus 2 und 5?
Ursula Collein

Geboren 1932 in Wien, entdeckt Ursula Collein bereits früh ihre Leidenschaft für den Tanz. Nach ersten prägenden Erfahrungen an der Städtischen Oper Berlin führt ihr Weg nach dem Zweiten Weltkrieg in die Ballettschule von Tatjana Gsovsky. 1949 wird sie von Gsovsky, die zugleich Chefin des Ballettensembles ist, an der Staatsoper engagiert: Aus dem Hobby wird mit dem Einstieg ins laufende Repertoire und der ersten Premiere 1950 ihr Beruf. Im Jahr 1953 folgt sie dem Angebot des DDR-Ministeriums für Kultur zu einem Studium an der renommierten Waganowa-Akademie in Leningrad, wo sie ein fünfjähriges künstlerisch-praktisches Studium absolviert und 1958 mit einem Diplom abschließt.

Nach ihrer Rückkehr studiert sie zusammen mit ihrem Leningrader Kommilitonen Egon Bischoff die Original-Petipa-Choreografie des „Schwanensees“ für das Staatsopernballett ein. Daneben beginnt Ursula Collein ihre pädagogische Arbeit. An der Staatlichen Ballettschule bringt sie Impulse aus der Waganowa-Akademie in den Umgestaltungsprozess der Schule ein, um den Anschluss an das internationale Niveau im klassischen Ballett zu erreichen. 1963 übernimmt sie im Fach Klassischer Tanz und Repertoire den ersten Mädchenjahrgang einer von fünf auf acht Jahre erweiterten Ausbildung. In der Ballettschule ist sie an vielen praxisorientierten Inszenierungen beteiligt: unter anderem choreografisch beim schuleigenen Ballett „Das Störchlein“ (1965) oder assistierend bei der Einstudierung der „Chopiniana“ (1980) durch die Gastdozentin N. W. Belikowa.

In fast vier Jahrzehnten hat sie vielen Talenten den Weg zur Bühne bereitet. Noch 2010–2012 kehrt sie als Gast für die erneute Erarbeitung der „Chopiniana“ an die Schule zurück. Ihre Laufbahn verbindet aktive Bühnenerfahrung mit jahrzehntelanger pädagogischer Arbeit.

Team der Veranstaltung

Kuratoren

  • Laura Soria
  • René Wiese

Konzept und künstlerische Leitung

  • Laura Soria

Historische Forschung, künstlerische Co-Leitung und Produktion

  • René Wiese

Projektkoordination

  • René Wiese

Fotografie/Video/Postproduktion

  • Laura Soria

Grafik/Ton

  • Laura Soria

Textproduktion/Bildredaktion

  • René Wiese

Projektrecherche

  • René Wiese mit Unterstützung von Nancy Schmidt-Bartlick und den SchülerInnen der 12/13f

Lektorat

  • Jutta Braun

 

Technische Unterstützung

  • Andreas Köppen
  • Tobias Busch
  • Tamino Soto
  • Benitta Zakshevska
  • Dirk Thiele
  • Oliver Hanff
  • Sven Mindt
  • Maik Goller

Weitere Unterstützende

  • Liliane Vanden Broucke
  • Manuela von Angern
  • Celine Kutzner
  • Eileen Meyer
  • Ulrike Buschendorf
  • Edna Azevedo
  • Sven Seidelmann
  • Christoph Böhm
  • Mandy Wnuck von Lipinski
  • Katharina Wunderlich
  • Marina Wunder
  • Marion Heinrich
  • Ronald Wendorf
  • Uwe Podwojski
  • Kathrin Baum-Höfer
  • Ulrich Giessel
  • Sabine Woigk
  • Marek Rózycki

Wir danken

  • der Künstlerin Laura Soria für die Kooperation mit der Staatlichen Ballett- und Artistikschule und der gemeinsamen Umsetzung des Ausstellungsprojekts im Rahmen des Schuljubiläums 2026,
  • Ursula Kirsten-Collein, Carmen Schlese, Claudia Hilken (Zwillingsherzen), Jutta Deutschland, Gernod Eisfeld, Torsten Händler, Uwe Müller, Katja Wünsche, Roswitha Triebsees, Sabine Piehl, Gisbert Karpinski, Lorenzo Vian und Carla Seitz in besonderer Weise, weil sie sich auf ein für sie ungewohntes und nicht immer sicheres Terrain begeben haben: als ZeitzeugInnen, aber auch als Medium der Kunst und historisch-politischen Bildung,
  • der Ausstellungsagentur Exhibeo für die Bereitstellung der Beamer, Miniplayer und Ausstellungsarchitektur,
  • dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam für die Förderung des Ausstellungsvorhabens.

Unterstützende und Kooperationspartner:innen

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